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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Paternoster und Gürtel

Wenn ich in meiner Freizeit nicht gerade Drachen züchte oder "Geister beschwöre", sehe ich ab und zu mal so aus: (Dieses Bild von mir fand ich im "ABC der Gewandung" einer Sonderausgabe der "Karfunkel", eine Zeitschrift für Mittelalter-Interessierte. Die Aufnahme entstand dieses Jahr im Sommer beim Epochenfest in Jülich)



 


Als fromme Hochmittelalterdarstellerin des 13. Jahrhunderts ist der Besitz eines Paternosters ein absolutes Muß.

Ein bißchen was Wissenswertes zum Paternoster (nein, ich meine nicht den Lastenaufzug!) ;O)

Paternoster nannte man die Vorgänger der Rosenkränze. Im 13. Jahrhundert entstanden in Frankreich drei große Gilden von Paternostermachern: Jet/Bernstein, Koralle/Perlmutt und Knochen/Horn. Natürlich wurden auch andere Materialien wie Holz oder Glas benutzt, je nach dem, was der Geldbeutel hergab. Eine Paternoster-Schnur setzt sich aus 50 Perlen zusammen. Anfänglich wurden damit die 150 Psalmen gebetet, später ersetzte man das Ganze durch das "Vater unser" (Pater noster) und Ave Maria. Begonnen wurde mit einem "Vater unser", dann folgten 10 "Ave Maria" und nochmals ein "Vater unser" usw. Wer noch mehr über den Paternoster erfahren möchte, kann ich folgende Homepage empfehlen: http://www.religion.kir-che.com/si-Roskr/Hist-rokr.html

 

Dieser Paternoster ist aus Horn und Knochen gemacht mit einem Kreuz aus Messing.




Dieses Exemplar ist aus blauer und goldener Koralle mit Perlmutt. Das Hauptkreuz ist Doublé-Gold mit Türkis.



 
 

Hier haben wir Carneol mit schwarzem Achat.

 
 
 

Die gleiche Farbwahl nur mit roter Koralle und schwarzer Lava mit Kreuzen aus Bronze: 

 


 
 

Um die Gewandung zu perfektionieren habe ich hier noch einen Gürtel "geknüpft". Es handelt sich in diesem Fall um einen sogn. Y-Gürtel.



Kommentare:

  1. Hallo liebe Andrea,
    ich bin ja begeistert was du alles machst. Deine Paternoster und auch der Gürtel sehen fantastisch aus. Vielen lieben Dank für die ausführliche Erklärung ich habe es mit großem Interesse gelesen.
    Liebe Grüße Silvi

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  2. Wow, du sieht echt stark aus. Klasse. Man erkennt dich gar nicht mehr wieder.
    Und die Sachen sind ja wohl der Hammer. Ich hab es echt mit Neugierde gelesen. Klasse

    Lieben Gruß, Nicole

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  3. Hallo Frau Otten,

    zunächst einmal Respekt und Anerkennung für Ihr handwerkliches Können! Da ich als Living History Darsteller selber Paternosterperlen und -Schnüre einmal für das letzte Drittel 13. Jhr fertige -und bald hoffentlich auch für das letzte Drittel 14. Jhr (beides süddeutscher Raum)- bin ich bei meiner routinemäßigen Internetrecherche auch auf Ihren Eintrag gestossen. Da Sie oder Ihr Mann sich ja, wenn ich das richtig sehe, zumindest in der Vergangenheit (Mercator 1290?) ebenfalls intensiver mit der Materie beschäftig haben würde mich brennend interessieren, woher sie Bildbelege oder Funde für die von Ihnen angebrachten Kreuze ebenso für Form und Durchmesser der Perlen aus Knochen/Horn (oder vielleicht doch eher Geweih?) haben. Für 1290 gibt es zumindest für den süddeutschen Raum schon recht genaue Funddatierungen und Zuordnungen der unterschiedlichen Knochenringformen,welche vor der spätmittelalterlichen Perlenform aufkamen. Aus Horn oder Geweih ist mir kein einziger Fund bekannt. Würde mich sehr über ein Feedback freuen.
    Mit freundlichen Grüßen

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    1. Hallo Beorn,

      vielen Dank für das Kompliment. Die Vorlage für die Paternoster habe ich von einer Zeichnung der hl. Elisabeth aus einem Buch über Andechs-Meranien und u. a. von dem o. g. Link.

      Viele Grüße,

      Andrea Otten

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    2. Hallo Beorn,

      ich würde es schön finden, wenn Sie mir Ihren richtigen Namen sagen würden. Wir können gerne das Thema weiter vertiefen, allerdings nicht hier auf meinem Blog. Sie dürfen mir gerne eine Email schreiben.

      Viele Grüße

      Andrea Otten

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